Sonntag, 29. November 2015

DANKE


Letzte Woche als ich nach einem anstrengenden Tag nach Hause kam, fand ich diese wundervolle Laptoptasche in der Post. Sie ist von der lieben Lisa von FashionTamTam und wurde von ihr selbst gemacht. Die Tasche ist aus veganem Leder und mein Mac Book passt perfekt hinein. Sowieso liebe ich alles Handgemachte - es gibt jedem Produkt einen eigenen Touch und man schätzt es so viel mehr als die Massenproduktionen. Klar sind handgemachte Produkte teurer, seltener, aufwändiger und haben Fehler, aber genau das macht sie ja so  schön und einzigartig. Ich habe mich von der ersten Sekunde in die Tasche verliebt! Sie ist perfekt - Vielen Dank Lisa!





Wie du die Laptoptasche selber machen kannst, erfährst du hier


Samstag, 14. November 2015

PRAY FOR PARIS - ONLY FOR PARIS?


Paris – Freitag der 13.

Ich liege im Bett meiner Schwester, bin kurz vor dem einschlafen. Eingekuschelt gucken wir die letzten Minuten von CSI. Der Mörder wird verhaftet, das Verbrechen aufgelöst. Die Bösen werden immer bestraft. Plötzlich werde ich überflutet mit Nachrichten: Bombenanschläge, Schiessereien. Über hundert Tote. Das ist nicht mehr CSI, das ist Realität. Paris: Stade de France, in Cafés, in einem Konzertsaal. Anschläge, Panik. Ich habe Freunde in Paris. Ich war schon einige Male dort. Eine wunderschöne Stadt – freundliche Menschen, schöne Architektur, kulturelle Vielfalt, gutes Essen. Friedlich. Und nun so etwas: Im Stadion kommt es zu mehreren Explosionen. Panik bricht aus. Im Bataclan, einem hippen Konzertsaal ist die grösste Opferzahl zu finden. Schiessereien auf offener Strasse. Vor einigen Wochen liefen Modeblogger, Models und It-Girls in ihren Louboutins über diesen Asphalt und hetzten von Show zu Show. Heute liegt Blut darauf.
Müssen wir jetzt in ständiger Angst leben? Offensichtlich ist es nicht mehr nur Angelegenheit der Politiker. Es betrifft auch – vor allem uns. Die Bevölkerung. Können wir uns vor Anschlägen wie die in New York 2011, in London 2005, in Kopenhagen 2015 oder wie die in Paris gestern Nacht schützen? Die Antwort lautet – so pessimistisch sie auch klingen mag – Nein. Das ist die Welt, meine Lieben. In so einer leben wir jetzt und der müssen wir uns stellen. Flüchtlinge, Attentate, Korruption. So weit hat es die Welt geschafft. Was jetzt noch bringt, ist Solidarität. Steht auf, gebt euch eine Stimme. Sie bringt die Opfer nicht zurück und macht nichts ungeschehen. Aber zeigt Solidarität. Das ist das, was uns Menschen zusammenhält.

© Thibault Camus/AP
Meine Gedanken sind in Paris und ich finde es schrecklich, was dort passiert ist. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich die Pariser, die Angehörigen der Opfer fühlen müssen. Frankreich ist in einem Schockzustand – aber hat jemand schon von den unzähligen Toten in Syrien gehört? Ankara? Beirut? Davon gehört ja, aber sich nicht weiter darum gekümmert. Keinen Hashtag eingeführt. War es jemals auf der Titelseite der Guardians, der NZZ, der Times? Sind die Leben der Syrer, der Türken, der Libaneser weniger Wert als die der Pariser?
Fragen, die unsere Sicht auf die Werteverteilung in der Welt infrage stellen. Schon bei Charlie Hebdo und der daraus entstandenen Bewegung #JeSuisCharlie haben sich viele gewehrt und behauptet andere Opfer zum Beispiel die von Boko Haram  in Nigeria würde niemand würdigen – ja, sogar ignorieren. Und dem musste ich zustimmen. In Paris starben im Februar elf Menschen, kurz zuvor verloren tausende Menschen, darunter viele Kinder ihr Leben in Nigeria. Es wurde von einigen Zeitungen kurz erwähnt, aber es war viel zu weit, als dass es uns in unserem schönen Europa interessiert hätte.
Paris ist nur fünf Zugstunden von meinem Zuhause entfernt. Nigeria – weiss ich gar nicht. Über zehn Stunden, viele tausend Kilometer. Paris ist viel näher an meinem Leben, ich war schon dort, bin durch die Strassen gelaufen, in denen jetzt Tote liegen. Die Bombe in Ankara mit ein Dutzend Toten, der Absturz des Flugzeugs einer russischen Fluglinie, die Attentate in Gaza, in Beirut, in Afghanistan. Kein #PrayForGaza kein #PrayForAfghanistan und auch kein #PrayForRussia. Das alles passierte nicht vor unserer Haustür, aber es passierte trotzdem.  Es darf uns nicht kalt lassen. Das sollte so eigentlich nicht sein. Darf es nicht. Ein pariser Leben ist so viel Wert wie ein syrisches, türkisches, russisches, afghanisches Leben. 

Egal was wo wann passiert und egal wie oft es in den Zeitungen erwähnt wird, zeigt Solidarität gegenüber denen, die Opfer von Attentaten waren, von Extremisten, von einer Ideologie, die von keiner Religion kommen kann. Wir können hier nicht viel bewirken, können ihre Geliebten nicht wieder zurückholen. Es ist nicht CSI. Die Bösen werden nicht immer bestraft, es gibt nicht immer ein Happy End. Das hier ist real und soll uns endlich die Augen öffnen: Das, was gestern in Paris geschah, ist in einigen Staaten schon lange Alltag. 

©Jacques Brinon/AP

©Christian Hartman/ Reuters

©Mathieu Alexandre/AFP/Getty images
©Thierry Chestnot/Getty images


Samstag, 7. November 2015

HAPPY

Eigentlich schon krass, was für einen grossen Einfluss das Wetter auf unsere Laune haben kann. Ich bin ein Mensch, der schlecht gelaunt ist, wenn es dunkel ist, und wenn die Sonne scheint, scheine ich mit ihr um die Wette. Im Winter hatte und habe ich immer noch mit dem frühen Einbruch der Dunkelheit zu kämpfen. Wenn ich morgens das Haus verlasse - dunkel. Komme ich von der Uni nach Hause - dunkel. Und mit der Zeit kann das ziemlich belastend sein. Aber Tage wie heute machen Maria wieder glücklich :) 



Sonntag, 1. November 2015

WEIHNACHTEN, BIST DU DAS?



Der erste November. Das klingt wie Zucker in den Ohren. Denn November heisst Vorweihnachtszeit. Nur noch 55 Tage. 55 Tage voller Glück und Freude.
Würde es nach mir gehen, wäre schon ab Oktober Vorweihnachtszeit, aber da spielen viele nicht mit und ich ernte oft genervte Kommentare. Vor allem wenn ich Michael Buble oder die Glee-Weihnachtssongs voll aufdrehe. Aber diese Kommentare gehören genau so dazu, wie das Backen, der Glühwein und das Öffnen des Adventkalenders.
In den Läden stehen schon die ersten Rentiere und Tannenbäume. Alles glitzert rot-gold und überall tanzen kleine Wichtelmännchen herum. Ich liebe diese Zeit und nichts macht mich glücklicher, als abends durch die Schaufenster zu gucken und mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten zu freuen. Dabei geht es mir nicht um Weihnachten an sich. Ich mag die Zeit vor Weihnachten viel lieber. Backen, dekorieren, Geschenke kaufen, Love Actually. Das ist alles, was ich brauche, um glücklich zu sein.

Meinen ersten Adventskalender habe ich schon gekauft – einen mit Disney Prinzessinnen – und es werden noch viele weitere folgen. Ach, Weihnachten, du machst mich glücklich.




Die Bilder entstanden an der Basler Herbstmesse. 

Samstag, 31. Oktober 2015

FEIERABEND

"Bitte lesen sie die Nachbereitende Lektüre bis nächste Woche. Wir sehen uns dann nächstes Mal zum Thema Institutionalismus". Endlich bin ich diese Schreckschraube los. Ich packe meine Sachen zusammen, verabschiede mich von meinen Freunden, ziehe meine Jacke an. Die Toiletten im Zug sind schrecklich deshalb statte ich den Toiletten in der Uni noch einen letzten Besuch ab. Ein Blick in den Spiegel...hätte ich lassen sollen. Das Augen Make-Up hängt mir bis zu den Backen runter, der Lippenstift schon von mir aufgefressen, die Haare irgendwo aber nicht an ihrem Platz. Naja, was soll's. Ich gehe jetzt sowieso nach Hause. Falsch gedacht. Auf dem Weg vom Klo zum Haupteingang - für mich nur noch der Hauptausgang - kommen mir noch diese und jene Menschen entgegen. Ein Smalltalk hier, eine Umarmung dort. Ein Blick zum hübschen Rechtsstudent, ein Winken. Und dann bin ich endlich draussen. 
Endlich an der frischen Luft. Die Blätter fallen und hüllen die Welt in eine rotbraune Welt ein. Ich liebe den Herbst. Vor allem liebe ich ihn nach einem langen Tag eingeschlossen in der Uni. 
Versteht mich nicht falsch. Es klingt so, als würde ich die Uni hassen und als würde ich jeden Tag auf das Ende des Tages warten. So ist es überhaupt nicht. Ich liebe die Uni. Ich liebe meine Freunde. Die (meisten) Vorlesungen. Nur saugt sie sehr viel Energie aus mir heraus. Und da kann man es halt kaum erwarten, wenn man endlich nach Hause kommt, in die Jogginghose schlüpft, mit einem heissen Tee ins Bett geht und die Lieblingsserie anschalten kann. Der Weg dahin ist jedoch lang. Meistens dauert sie eine Stunde. Wenn der Zug wieder Verspätung hat kann's auch mal 5 Minuten länger dauern. Überlebt man nur knapp.  
Auf dem Weg zum Bahnhof, der ungefähr 30 Sekunden dauert - einmal über die Strasse - hole ich mir noch etwas in der Bahnhofsbäckerei, um meinen knurrenden Magen zum schweigen zu bringen. Richtung Gleis 8 - es ist immer Gleis 8 - hole ich mir die "Blick am Abend" - die Populär-Zeitung, die mich jeden Abend für 15 Minuten im Zug unterhält. Ich fluche in Gedanken über die mir entgegenkommende Menschenmasse und die herumstehenden Touristen, die meinen Weg versperren. Hier und da höre ich Brocken Koreanisch. Luzern ist ein Magnet für Touristen. Umzingelt von Koreanern fühlt man sich schon fast wie in Korea. Wann ich das nächste Mal wieder in Seoul sein werde? Plötzlich wünsche ich mir, es wäre wieder Sommer, 39 Grad, in Korea. Shoppen, Eis essen, Verwandte besuchen, Freunde treffen. Doch das schmerzhafte Quietschen der Züge, die in den kalten Bahnhof einfahren, reissen mich aus den Feriengedanken heraus. 
Mit meinem Croissant, meiner 10kg schweren Schultasche und der Zeitung in der Hand mache ich mich auf den Weg zum Gleis.

Die Freude ist gross, denn der Zug, der auf mich wartet, ist ein doppelstöckiger Zug. Diese liebe ich besonders. Früher war oben zu sitzen das grossartigste. Jetzt ist es mein Alltag. Lieben tu ich es immer noch. Ich schlendere am Gleis entlang. Erste Klasse. Erste Klasse. Noch einmal erste Klasse. Ich frage mich beim vorbeigehen, was die Menschen in der ersten Klasse so erstklassig macht. Haben sie ein Unternehmen gegründet? Sind es Galeristen? Manager? Popstars? Wie cool wäre es in der ersten Klasse neben einem Sänger zu sitzen?
Da! 2. Klasse. Da kann ich rein.
Ich setzte mich in ein leeres Viererabteil. Ist eigentlich egal, ob es leer ist oder nicht. Denn so oder so wird sich der Zug in wenigen Minuten füllen. 
Ich lasse mich in den Sitz fallen. Wie viele Popos wohl schon auf diesem Sitz gesessen sind? Ob schon mal ein Sänger auf meinem Sitz gesessen ist? Nein, die fahren ja erste Klasse. Ich bin müde. Und glücklich. 
Wie vorhergesehen füllt sich der Zug. "Ist hier noch frei?" fragt mich eine leise Stimme. Ich nicke, lächle. Die alte Dame setzt sich neben mich. Ein junges Mädchen nimmt gegenüber von mir Platz. Auch der letzte Sitz in unserem Abteil findet einen passenden Popo.
Der Zug setzt sich in Gang, ich hole die Zeitung raus und überfliege die Arzikel. Aha, Wurst ist Krebserregend? Autounfall. YB verliert gegen Basel. Neuer Fifa Chef. Die unlustigen Witze. Mein Horoskop: Sei mutig. 
Ich löse das mittelschwere Sudoku in der Zeitung. Für das schwere bin ich zu schlecht. Und zu müde. Eine Stunde lang kann ich - nein, könnte ich die schöne Schweizer Landschaft betrachten. Doch nach der Uni ist vor der Uni. Und so bereite ich das Material für die nächsten Vorlesungen und Seminare vor. An entspanntem Nachhause fahren ist nicht zu denken. "Nächster Halt: Sursee" Noch 40 Minuten. Menschen steigen aus, neue steigen ein. Ich kann meine Augen kaum offenhalten. Wie lustig ich für das Mädchen gegenüber von mir aussehen muss.
"Nächster Halt: Zofingen". Noch 30 Minuten. Wieder ein Ein und Aus der Passagiere. 
Croissant! Ich habe ja ein Croissant gekauft! Meine Laune bessert sich. Meine Müdigkeit nicht. Immer noch halb im Schlaf krame ich mein Croissant heraus, beisse hinein, krümle mich voll. Ist mir egal.
Irgendwie schaffe ich es dann trotzdem einzuschlafen

"Wir treffen pünktlich in Bern auf Gleis 3 ein" Gott sei dank. Endlich zu Hause.